Selten hat jemand Angst, wenn er neben einem Oblicht oder einer Lichtkuppel steht oder vorbeigeht.

Meist sind diese nicht transparent und täuschen so ein Gefühl von Stabilität und Durchbruchsicherheit vor.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Suva Webseite

Ein Informationsschreiben der Suva zum Thema finden Sie hier

oblicht_gitter

Für Oblichter und Lichtkuppeln aus Acryl, Polycarbonat oder PET gilt:

  • Kein Hersteller kann für sein Produkt langzeitgarantien abgeben!
    (sehr oft beschränkt sich die Deklaration auf den Zeitpunkt des Einbaus)
  • Oblichter im Bereich von Arbeitsplätzen oder Verkehrswegen müssen zuverlässig & dauerhaft gesichert sein.
  • Ein zuverlässiger Langzeitschutz gegen Durchsturz im Sinne des Endkunden und Arbeitnehmers kann nur mit Kollektivschutz erreicht werden (= konstruktive Zusatzmassnahmen wie Geländer, Gitter, Netze etc.)
  • Im Zweifelsfall ist ein Oblicht immer nicht durchsturzsicher

Ausgangslage

  • Dächer werden immer mehr aktiv genutzt und nehmen eine zentrale Rolle in der Gebäudenutzung ein (Retention, Solaranlagen, Begrünung etc.) 
  • Unterschiedliche Interpretation der Vorgaben und Massnahmen zur Reduktion des Durchsturzrisikos bei Oblichtern sind an der Tagesordnung
  • Besteller, Endkunde und Lieferant gehen meist von unterschiedlichen Vorstellungen aus.
  • Die Suva registriert unverändert regelmässig Durchstürze durch Oblichter und daraus resultierend schwere Absturzunfälle!
    Die Dunkelziffer (Beinaheunfälle, Durchtritte etc.) dürfte wesentlich höher sein.

Gesetzeslage (VUV Art. 17):

Dächer, die aus betrieblichen Gründen oft betreten werden müssen, sind so zu gestalten, dass sie von den Arbeitnehmern sicher begangen werden können.

Hinweis: Als oft wird eingestuft, wenn es auf dem Dach technische Installationen, Solaranlagen, Extensivbegrünung etc. gibt, an welchen in regelmässigen Abständen Unterhalts- oder Reparaturarbeiten ausgeführt werden müssen.

 

Stand der Technik / Regeln der Baukunde:

 Kernsaussagen:

  1. Lichtkuppeln und Lichtbänder aus Kunststoffen sind langfristig nicht durchbruchsicher
  2. Alle Lichtkuppeln müssen mit einem baulichen Kollektivschutz gesichert sein (Geländer, innen- oder aussenliegendes Gitter etc.), ausser das Dach kann / muss nur Jahre später für Sanierungszwecke betreten werden
  3. Im Bereich von Oblichtern mit über 3.0m Absturzhöhe sind für den Unterhalt am geöffneten Oblicht  EN795 Anschlageinrichtungen (Ankerpunkte) anzubringen.
  4. Werden Oblichter ausgewechselt / saniert, sind diese in dieser Zeit vollflächig zu sichern, falls dabei eine vorhandene Kollektivschutzeinrichtung mit entfernt wird.

 

Wann muss ein Oblicht / Lichtband aus Kunststoff durchbruchsicher / durchsturzsicher sein?

  1. Wenn der betroffene Gebäudebereich für Dritte frei zugänglich ist.
  2. Wenn auf dem Dach technische Anlagen vorhanden sind, welche regelmässigen (mind. 1 x jährlich) Unterhalt benötigen (Lüftung etc.)
  3. Dächer mit intensiv oder extensiv Begrünung
  4. Dächer mit Solaranlagen
  5. Dächer mit ungesicherten Verkehrswegen
    (bei Nacht oder Schnee als solches nicht erkennbar)

 

Glasoblichter in solchen Bereichen müssen normkonform mit Verbundsicherheitsglas ausgestattet sein.

 

 

Unter dieser Rubrik werden verschiedenste Themen, welche immer wieder zu Diskussionen, Fragen oder Missverständnissen führen aufgegriffen.

skizze_durchbruch

Im Menu links sehen Sie die aktuellen Rubriken, welche laufend ergänzt werden.

Eine brennende Frage zu einem Thema? --> Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

International

 

Kolumbien - oder wer ist jetzt das Schwellenland?  Escueladerescate

Südafrika - noch einer: Institute for Work at Height

 Singapur IRATS

USA: Gravitec - eine der wohl innovativsten Schulungsanbieter - tut es auch weltweit

Ganze Welt: ISFP: International Society for Fall Protection

 

Hersteller:

Frankreich: Antec

USA: massgeschneidertes und Massenprodukte Fallprotection.com


wildegg

Unter dieser Rubrik werden spezifische Themen abgehandelt.

Die Information ist kurz und knapp  - wo möglich wird zu Artikeln mit mehr Informationsgehalt verlinkt.

Die Themenauflistung findet sich links im Menu.

Es wurde bereits sehr viel geschrieben und behauptet zsuspensiontrauma_drammen_craneum Thema Hängetrauma:

Gemeint ist damit ein potenziell lebensbedrohlicher Schockzustand, welcher beispielsweise bei längerem bewegungslosen freien Hängen in einem Auffanggurt auftreten kann.

Aufgrund von diesem Risiko wird weltweit abgeleitet, dass eine Rettung einer abgestürzten Person in 10-20min durch eigene Mittel der Baustelle erfolgen muss.

Diese Zeit kann meist nur erreicht werden, wenn bereits vor Arbeitsaufnahme dem Aspekt Rettung ausreichend Rechnung getragen wird.

Ein guter, sehr nützlicher Artikel auf Wikipedia erläutert die Details und hat am Schluss viele Links zu weiterer Literatur.

Es sind weltweit mehrere Hängetrauma-Fälle mit Todesfolge bekannt - deren geringe Anzahl und die erfolgten Untersuchungen lassen aber nach wie vor keine klaren Aussagen zu.

Fakt ist jedoch:

  1. Bereits einige wenige Minuten in einem einfachen Auffanggurt sind eine Tortur für den Verletzten --> Testen Sie es doch mal selbst
  2. Das Risiko, beim Absturz eine offene Wunde davonzutragen ist in manchen Situationen recht hoch
    Die Verblutungsgefahr ist genau so hoch wie die Gefahr, ein Hängetrauma zu erleiden

Demnach: Vor Arbeitsaufnahme mit PSAgA Rettungsszenarien durchsprechen und vorbereiten!

 

Weitere Infos:

Publikation aus Deutschland

Artikel zu einem Hängetraumaunfall in Norwegen 2005

Artikel zu einem möglichen Hängetraumaunfall in Deutschland - Grevenbroich-Neurath

Sammlung relevanter Dokumente auf WikiDoc

Mehr als eine Bettlektüre: Dissertation von Dr. Marco Einhaus (Für Industriekletterer fast Pflichtlektüre)

Der Pendelsturz - ohne es selber erlebt zu haben, unterschätzt man diese Gefahr!

Urteile selbst - Bilder sprechen mehr als tausend Worte...

Sturz über einen Vordachrand

 

Übungen für eine Schulung PSAgA (nur unter Anleitung des Instruktors)

wildeggUnter der Rubrik Praxis ist folgendes zu finden: (siehe Menu links)

Best Practice Lösungen

  • Wie wurden schwierige Situationen mit geringstmöglichem Restrisiko gemeistert
  • Was ist der Inhalt eines baustellenspezifischen Sicherheitskonzepts

Fachthemen

  • Auffanggurte
  • Höhensicherungsgeräte
  • Verbindungsmittel
  • Karabiner
  • Sturzraum
    - Einzelanschlagpunkte
    - Horizontale Seilsysteme

Produkte(rund um PSA gegen Absturz)

  • Geheimtips - unbekannte Produkte
  • Neuigkeiten - erwähnenswert!